Irgendwo in Schweden

Irgendwo in Schweden
Dori und Scho Seppe

Mittwoch, 19. Februar 2014

Ein Engel malt das Bild weiter, während Alimpij krank darniederliegt

Mit Ölfarben male ich auf einen Altbid-Untergrund
Ihr habt die Geschichte vom kranken Ikonenmaler Alimpij noch im Gedächtnis. Ein alter Holzschnitt und die Geschichte von Alimpij hatten mich 2011 zu einer Zeichnung inspiriert, die ich nun versuche, in Farbe umzusetzen.

Als Untergrund wähle ich ein früheres Bild, welches ich nicht mehr von Bedeutung finde. Es hat seinen Dienst bei verschiedenen Ausstellungen getan, und ich habe keine Zeit mehr, es zu betrachten.
Ein guter Bild-Untergrund! Es ist ein relativ großes Format (120 mal 100 cm). Kurz schaue ich mir nochmal das bild ganz intensiv an, es waren ganz nette Details darin, dann stelle ich es zuerst auf im Querformat - nein - dann auf den Kopf - Moment - JA - das könnte passen.

Einfach drauflos zerstören!! :)

Ob ich das Gesicht von Alimpij so hinbekomme, wie meine Schwester bei der Zeichnung gesagt hatte: "Dein Kranker auf dem Bett hat so eine sanfte Freude auf dem Gesicht, weil das mit ihm passiert."

Ich riskiere ALLES und male einfach drauflos, auch wenn es alles andere als Kunst werden sollte.

ARS TOTUM HOMINEM REQUIRIT - Die Kunst erfordert den ganzen Menschen.

Ein Bild malen bedeutet für mich immer alles einsetzen an Gefühl, Zeit, Nöten, Fragen, Herausforderungen und Mut. Ob das mir Bild nachhaltig wichtig wird, kann ich nie vorher sagen.

Kommentare:

  1. Hallo Dori, this is one of the best I've seen from you! It is full of new strong life! You have painted wide open spaces coming into that room! And I see a brother or sister of Lazarus who will be awakened this moment!

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    1. Yes, somehow like Lazarus in a cocoon...

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  2. You are brave to paint over one of your paintings. You show this in your bold way with the paint!

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    1. Oh, yes, Ramona, I was very brave! :)
      But I was shure, that I did not want to waist any time longer looking and thinking about the former picture. But somehow first it was like a destruction. I just knew, that sometimes i brought a sheet of paper to its real determination by doing this act. But not always.

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  3. Tja, mit dem Leben muss man auch einfach immer wieder was machen, ohne zu wissen, wie es ausgeht.

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    1. Stimmt! Gestern Abend sahen wir in BR alpha ein sehr interessantes Interview mit ner jungen Philosophin, die sagte, es gibt keine "richtigen" Entscheidungen, selbst wenn man noch so gut abwägt, weil einfach bei jeder Entscheidung dann Lebens-Elemente dazukommen, die man vorher ja nicht wissen kann. Es geht dann nur darum, sich der Situation, die der Entscheidung folgt, entsprechend sinnvoll zu verhalten und entsprechend zu reagieren, egal, was ist. ist die Folge alles andere als einfach, sondern schwierig, hat man dann bei dieser gelegenheit die möglichkeit, mit Schwierigkeiten umgehen zu lernen.

      Beispiel: lege ich mir neue Lämmer zu? Entscheidung ja-nein.... Folge-Reaktion: immer eine chance, egal ob die lämmer toll sind oder nicht :)

      Kunst=Leben (Alte Künstlerweisheit. Ohne Leben keine Kunst möglich..

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    2. Die Philosophin heißt Dr. Knapp, sie hat die Theorie, wir müssen anders denken lernen.

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  4. Liebe Dori !
    Da ist ja wirklich ein Engel am Werk ! Übrigens ganz interessant:
    Bevor ich Deinen Text ganz gelesen hatte, habe ich neugierig das Bild
    betrachtet. Da war mir, als ob jemand im Sterben liegend von einem
    gütigen Todesengel abgeholt würde. Es war für den Todgeweihten eine
    Erlösung, denn die Fenster des Raumes geben den Blick frei auf eine
    paradiesische Landschaft. Zum Malerischen kann ich Dir wieder nur
    gratulieren. Die Farblasuren erwecken den Eindruck des Zwischen-
    zeitlichen, den glücklichen Übergang in eine ersehnte Welt.

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    1. Lieber Herzensfreund Thomas, ich bin ehrlich begeistert, wie intuitiv "richtig" Du alles im Bild erspürt und erkannt hast. Das ist es, was eine Künstlerfreundshaft so unendlich wertvoll macht.
      Danke, Thomas!

      Übrigens habe ich - in der Tat wie von Engelshand geführt, schon zwei Tage später das Gemälde fertig gestellt und sah, dass alles "passte". Das ist eine Erfahrung, die mir nicht sooooo oft passiert, dass ein Bild auf "Anhieb" gelingt. (Foto demnächst....)

      Liebste Grüße,
      Deine Dori

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