Irgendwo in Schweden

Irgendwo in Schweden
Dori und Scho Seppe

Donnerstag, 3. April 2014

Der Hufschmied - Gemälde fertig gestellt

Die Pferdefreundin
Hier links seht Ihr die Pferdefreundin. Ihr Blick ist sanft und nach unten gerichtet. Ihr Kleid ist blau. Das grüne Pony sieht sie zart an.

Mit dieser Frau sollte heute beim Malen noch etwas Wunderbares geschehen. Sie bekam ihr Kind und ihre Bedeutung als "Allerreinste Gottesmutter" zurück.

Was ist geschehen?

Ich begann anno 2010 im Januar an einem Sonntag in der Epiphanias-Zeit. Es war eine Dreikönigs-Szene, der Zeit entsprechend. Die obige Figur war also ursprüngich eine Marienfigur. Sie hat sich aber beim Umarbeiten zunächst vollständig in die Pferdefreundin verwandelt. Statt "Die heiligen drei Könige" hieß das Bild ab da: "Der Hufschmied". Das ist mir lieber und es soll auch so bleiben.

Ich hatte mein Gemälde fast fertig gestellt und es bereits wieder in seinen Naturholzrahmen eingepasst, als mir mitten bei der alltäglichen Hufschmiede-Aktion ein Licht aufging:


Das Kind in der Krippe leuchtete wieder hervor. Ich hatte es einfach nicht mehr gesehen. Ich WOLLTE es auch übermalen - aber jetzt war es ganz deutlich: Maria steht hinter dem roten Pony, und mitten im Rot des Tieres, das der Hufschmied wohl gerade behandeln will, erscheint das Kind in der Krippe wieder. Schaut Euch mal genau das Rot des Ponys an. Seht Ihr das Kind durchschimmern? Es ist vielleicht das Eselfüllen, auf welchem Jesus am Palmsonntag in Jerusalem einziehen wird. Das Füllen ist rot - rot wie Christi Liebe. Wir befinden uns in der Passionszeit. Der Hufschmied ist - so betrachtet - der Esel-Hufschmied vor 2014 Jahren.

Wenn Ihr das Bild alltäglicher sehen wollt, könnt Ihr so sagen: Der Hufschmied arbeitet, um seine Familie (blaue Frau mit Baby) zu ernähren. Ist nicht das Mystische, das Heilige auch mitten in unserem Alltag?

Mit einem Messer, etwas Farbe, einem feinen Pinsel und etwas Terpentin kann ich die Form des Kindes vorsichtig herausarbeiten:

Kind herausarbeiten, Stadium 1

Und nun (Klick): Das Kind öffnet die Augen...

Die Tiere blicken in Richtung Kind, der rote Esel trägt es liebevoll in sich


Auch die Taube in der Nische blickt in Richtung des Kindes





Und hier das fertige Gemälde. Es ist in Mischtechnik Öl-Acryl-Wachs gemalt, teils lasierend, teils deckend. In der Szene verschieben sich mystische Vergangenheit und profane Gegenwart, Tiere und Perspektiven, Epiphaniaszeit, Alltag und Passionszeit ineinander, hintereinander. In der Hintergrund-Landschaft: russische oder bayerische Türme, Kasachische Berge - oder sind es die Alpen? 

Lassen wir uns auf dieses ineinander Verschieben ein und erleben wir das Abenteuer von Zeit- und Bedeutungs-Reisen.



Kommentare:

  1. Warum dir der 'Hufschmied' vor gut 4 Jahren lieber war, bleibt nun nicht länger ein Rätsel: Er hat den Weg bereitet, den Platz für diese wundervolle Szene frei gemacht. Das Kind leuchtet sich durch, da kannst du wollen, was du willst! Der Hufschmied geleitet es sanft in die dicht gedrängte Schar der anderen Tiere, die seiner freundlich-erwartungsvoll harren, bis hin zur Taube ganz oben.
    Dieser 'animalische' Kern in seiner dunklen, wohligen Wärme muss einen Kontrast haben; er findet ihn im klaren Weiß und Blau der von Schnee bedeckten Berge und der Ansammlung verschiedenster Kirchturmmodelle --> Religionen?! Und immer wieder rahmt die Holzkonstruktion des offenen Stalles alles schützend ein. Eine wundervolle Komposition nach wundersamer Entstehung! Danke, liebe Dori.

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    1. "Das Kind leuchtet sich durch, da kannst du wollen, was du willst!" Genauso ist es Caro La! Unglaublich, wie Du das erspürt hast -- bin ich aber von Dir gewohnt :)

      Auch das mit der "wohligen Wärme des Stalls vor dem Kontrast des "klaren Weiß und Blau der von Schnee bedeckten Berge und der Ansammlung verschiedenster Kirchturmmodelle --> Religionen?!"
      ist wunderbar erfasst und in Worten beschrieben, unverwechselbaren Caro La-Worten.

      Danke!

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  2. Ich bin ganz begeistert von der Taube, und die zwei Schafe haben so süße Gesichter wie deine Schafe. Dass das rote Pony durchsichtig ist macht alles so mystisch.

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    1. Mit dieser Stellungnahme hast Du genau das Herz des Bildes und mein Herz erfasst! weißt du doch so gut über meine Tauben im Herzen Bescheid.

      "Dass das rote Pony durchsichtig ist macht alles so mystisch." wunderbar mitgefühlt, als ob Du mit gemalt hättest!!

      Einfach toll, Sylvia, danke!

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  3. Gorgeous, Dori! I enjoy the mystical quality of your paintings and hearing your explanations, even though the translation isn't always clear, lol. :)

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    1. Hallo, Lisa, it makes me happy to hear, that you like the paintings and the explanations, and that the explanations have a good internt-translation for you. But the best explanation is nothing for those, who hav no feling for my art. Thank you very much, Lisa!

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    2. In Lisa Richars Homepage habe ich diesen Satz von Van Gogh gefunden: "If you hear a voice within you say 'you cannot paint,' then by all means paint, and that voice will be silenced."

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  4. Fantastic and colorful for the season of spring! For me the expressions of the horses transport me into a Chagall painting! Wonderful!! Truly mystical Dori, full of life and meaning. It really gives one hope!

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    1. Dear friend Ramona, Its a great honor to hear from you, that you are somehow transported into a Chagall-Painting. If it is possible, please can you send me a photo of the Chagall-Painting? Somehow I mean, I am not dignified to make such contents. Your comment gives me hope!

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  5. Oh yes Dori I will search for you.

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  6. hey Dori,
    wenn sich das Bild von selber malt, dann ist der Künstler der reine Kanal!
    Ich setze Dich auf eine Stuffer, pardon Stufe, mit Mozart.

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    1. ....Mozart kam wie ich aus der Liebe zur Volksmusik (Volkskunst)....

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  7. Dori, my favorite so far! Jerusalem donkey's are lovely little creatures; I adore them and have always wanted one. I've a mare that needs her feet trimmed, just realized it tonight, as Donald and I were fixing fence. Always something to do, never enough time or me to do it...must trim her feet tomorrow before she goes lame.

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    1. Dearest Thistle, its a big consolation to know, that in this world some animals have friends like you!

      Fixing fnces is my main work these days :) My Donald is Xavier :)

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  8. so delightful
    a scene i would enjoy walking into
    the sky, forest, bird, mountains, welcoming people
    really a special piece

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