Irgendwo in Schweden

Irgendwo in Schweden
Dori und Scho Seppe

Mittwoch, 23. April 2014

In bester Gesellschaft - zwei Zeichnungen

Eine große Schar Engel gruppiert sich um die Seele, die sich im unteren Zentrum der Zeichnung befindet. Sie blickt den Betrachter an und zeigt, dass sie nichts anderes hat, als leere Hände. Doch zugleich sind gerade diese leeren Hände geöffnet, um zu empfangen. Da sich die Seele von bester Gesellschaft umgeben weiß, kann sie vollkommen sicher sein, dass sie nur Gutes, nur Segen, Schutz, Gnade und Freundlichkeit empfängt. Auf ihrer rechten Seite - für den Betrachter links - wendet sich der Heilige Franziskus in Begleitung eines dunklen Hundes (Wolf) und mit einem Lamm auf dem Arm der Seele zu. Von der anderen Seite - fast in Fühl-Kontakt - befindet sich der Heilige Wolfgang mit der Bischofsmütze und dem Pilger- beziehungsweise Bischofs- oder Hirtenstab.  Außerdem sehen wir zwei Schafe, einen Hasen, eine fliegende Taube (ganz oben) und einen weiteren Hund (ganz rechts unten im Bild angeschnitten). Im Zentrum - neben der Seele und in Verbindung mit ihr - ist eine relativ freie Fläche mit einem angedeuteten Weg, der in eine weite Landschaft führt. Die Tiere und der Weg deuten an, dass es sich um eine Szene hier auf der Erde handelt, nicht irgendwo  "im Himmel" oder "im Jenseits". Dennoch ist alles durchdrungen von himmlischen Sphären und Mächten, die sich in die Nähe der empfangenden Seele begeben haben.

Auf der Rückseite der eben beschriebenen Tuschezeichnung auf feines Büttenpapier habe ich nochmal dasselbe Thema aufgegriffen, da bei dieser Zeichen-Art immer einige Umrisse durchschimmern, die ich dann gerne etwas variiert nachzeichne.
Hier ist die Seele mit ihrem Blick zu dem großen Engel (ohne Flügel) rechts unten im Bild hingewandt. Wieder hat sie ihre Hände geöffnet, diesmal so, als ob sie um etwas Konkretes bittet. Eng verbunden mit ihr ist ein Schutzengel, der fast identisch mit ihr ist. Sankt Wolfgang mit den Attributen Bischofsmütze, Kirchenmodell, Wolf und Hirtenstab steht groß vor einer Gebirgslandschft, in die wieder ein Weg führt. Dahinter staffelt sich nochmal eine Gebirgslandschaft, sodass sich zwei Dimensionen gewissermaßen übereinander lagern und dem Bild eine Art Zeit-Räume vermittelt. Franziskus könnte die angeschnittene Figur links unten sein. Und wieder sind Tiere dabei: außer dem Wolf zwei Schafe, ein Hase und eine fliegende Taube.

Kommentare:

  1. I love the complexity of your pen and ink drawings! There are so many things to see! :)

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    1. Thank you Lisa! Thank you, that you find the time to study the complexity and details - maybe there is an inner relationship....

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  2. Beide Zeichnungen verbreiten eine sehr schöne Stimmung

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    1. Danke, Sylvia! Das Wort "verbreiten" gefällt mir, denn damit sagst Du, dass diese Zeichnungen eine Wirk-Kraft haben, die sich positiv auswirkt. Das ist so schön, dass Du das so sagst und fühlst!

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  3. sehr gelungen, Engelfreundin!

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    1. Danke, Gelia. Mir ist manchmal bewusst, dass ich nichts zu bieten habe als note Mangelhaft und dabei unglaublicherweise trotzdem "Sehr gut" annehmen darf.

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    2. Liebe Dori,
      "dass ich nichts zu bieten habe als Note Mangelhaft“
      dafür kriegst Du von mir eine FÜNF! Miserable Wahrnehmung! Wenig Kunstsinn!
      So, und damit ist jetzt Dein altes Karma Mangelhaft abgearbeitet.

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    3. Danke für die Note Fünf! :))))

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  4. Spontan dachte ich, dass es selbst einer Seele mit leeren Händen nur wohl ergehen kann, wenn sie sich von so viel guter engelhafter Gesellschaft und freundlichem Getier umstellt findet! Den leeren Raum braucht's ganz einfach. Ein wunderschönes 'Wimmel'-Bild im besten Sinne!
    Die Rückseite bietet mehr Dramatik, vor allem durch die fast siamesische Verbundenheit von Seele und Schutzengel.
    Ganz wunderschöne ausgefeilte Arbeiten mit viel künstlerischem Stoff zum Entdecken! Danke, Dori!

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    1. Dein spontaner Gedanke am Anfang ist sehr richtig: Die leeren Hände würden in einen Abgrund der Nichtigkeit und Sinnlosigkeit greifen, wenn die Schar der Gnadenspender nicht wäre. Aber sie IST da, gerade auch dann, wenn wir meinen nur Leere sei um uns. Wenn ich die Leere annehmen kann, kann ich erleben, dass sie erfüllt ist von himmlischen Unterstützern, Wegbegleitern, Wegbereitern und Schutzspendern.

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  5. i love how you fill the page with marks of your pen
    breathing life into a scene full of story
    just wonder-full

    uh-oh translation is gone again..... so i make up my own story ;-)

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