Aus dem Herzen zeichnen

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Auf dem Weg zum Stall

Leben mit Tieren

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am Gnadenhof Xaverhof

Nachts vorm Stall

Nachts vorm Stall
Im ersten Schnee

Samstag, 27. Dezember 2014

Nacht's Nachtflug

Nacht auf ihrem Platz neben dem Einflugloch.
Als ich zum Xaverhof komme, bemerke ich, dass die Tauben draußen sind. Keine so gute Idee von Xaver, denn der Habicht ist zur Zeit sehr hungrig. Wegen des Trainings für die Flügelmuskulatur sei mit etwas Glück Xavers Alleingang-Entscheidung jedoch halbwegs verziehen. "Erst wollten sie nicht raus, aber ich hab sie ein wenig raus getrieben." Mann, Xaver!

Satt sind sie außerdem und deshalb nicht gleich zum Reinfliegen zu motivieren, unsere verbliebenen 7 Täubchen. Es dämmert bereits, auch nicht so gut. Ob sie noch kommen? Nachts ist Schneeflall gemeldet. Puma lauert schon neugierig am Einflug-Loch. Einen Spatz hat er heute bereits erlegt, und ein Huhn hat er schwer verfolgt. Irgend eine Beschäftigung braucht Kater schließlich auch mal. Aber bitte nicht jetzt eine Taube!!

Ich halte Puma mit Futter hinten im Stall beschäftigt, während ich ein zweites mal versuche, die Tauben in den sicheren Schlag zu locken. Sie sind bereits drin, -  aber nur sechs... eine fehlt: Nacht!! "Meine Lieblingstaube ist nicht gekommen! Xaver, warum hast du sie überhaupt rausgelassen und vorher gefüttert? Es wird schon finster!" Xaver: "Ich lasse die Tauben ehrlich nicht mehr raus, versprochen! Oder wir hören auf mit den blöden Tauben." "Nein!! Blöder Xaver und meinetwegen blöder Dovy-Royal - von dem stammen sie schließlich. Hier am Hof macht jeder nur Quatsch und keiner hat Geduld! Nacht war meine Lieblingstaube!" Xaver: "Du hast Recht, ja, stimmt. Nein, ich lasse sie nimmer raus. Ich hab einen Fehler gemacht."

Ich versuche, die Geduld wieder zu finden, die ich gerade von allen vermisst habe und mache mit den Hunden die von ihnen sehnsüchtig erwartete Weide-Ausrenn-Gaudi. Es ist inzwischen fast ganz finster geworden. Den Tauben-Schlag habe ich inzwischen zu gemacht, weil Katzen und Marder sonst eine leichte Beute hätten.

Da spürt Rambo was auf, etwas fliegt hoch in die Nacht, kreist, flattert - abgehoben gegen den dunkelblauen Himmel, ein schwarzer Vogel, nein keine Amsel, am Flug erkennbar: eine Taube. Nacht!! "Xaver, schnell! Die Nacht fliegt! Sie fliegt Richtung Schlag!" Xaver eilt im Sturzflug die Holztreppe hoch und öffnet den Schlag. Puma tummelt sich erneut neugierig vor dem Einflugloch, ich locke ihn mit Futter weg, gefolgt von den Hunden. Xaver holt seine stärkste Taschenlampe (trotzdem schwach), um herauszufinden wo Nacht sich niedergelassen haben könnte. Vielleicht im Apfelbaum oder im Verschlag neben dem Taubenschlag? Keine Nacht. Dori: "Sie hat sich sicher versteckt. Wir müssen auf morgen hoffen. Wir müssen des Schlag jetzt wieder schließen, ist zu gefährlich." Wir gehen in den Schlag, um das Einflugloch zu schließen. "DA!!!" Da da sitzt Nacht auf ihren Platz, brav, still, sanft. "So ist sie, unsere Nacht!" Xaver: "Und es gibt doch einen Geist. So eine intelligente Taube!! Ich bin so froh!! Wirklich eine intelligente Taube! Gott sei Dank, ich bin so froh."

Kommentare:

  1. es ist eine spannende Geschichte und ich bin so froh dass Nacht heimgekommen ist und im Dunkeln ihren Weg gefunden hat.

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  2. sehr hübsch erzählt!
    xaver als Märchenfigur wir der tumbe Tor

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    1. Meinen Dank an eine verständnisvolle Schwester, von welcher ich weiß, dass sie mitfühlt.

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  3. Liebste Dori, die Taubengeschichte hat mich sehr berührt. Wer unter uns, der/die nicht auch schon Täubchen, Tauben, halbe, ja wenn nicht gar ganze Taubenschläge in seinem Leben verloren hätte ...? Aber wenn nur EINE einzige zurückkehrt nach Zeiten großer Sorge, so sind wir versöhnt. Und wenn es dann noch die allerliebste NACHT-Taube ist ... . In Zukunft muss nur noch der Xaver spuren, damit die Tauben in Sicherheit sind.

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    1. Oh, danke, meine Herzensfreundin. Deine Dir nahe Dori, nahe in Fried, Freud und Schmerz.

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