Irgendwo in Schweden

Irgendwo in Schweden
Dori und Scho Seppe

Montag, 13. April 2015

"Der Fremdling" - ein Gemälde von Hoffnung und Leben

"Der Fremdling" - so habe ich dieses Gemälde (Wachs/Sepia auf Altgrund, 30/45cm)) genannt. Ich bearbeite dieses Thema gerne immer mal wieder. Eine Variation von 2001 hängt beispielsweise in der Wolfgangskapelle. Auch dieses Bild entstand 2001, ich habe es aber aktuell überarbeitet und für mich neu gesaltet -  daher: "auf Altgrund".

Der Fremde tritt als Pilger zu einer Familie. Auf der Schulter trägt er einen Vogel, hier einen Sperber oder Bussard. Er reicht dem Familienvater die Hand. die Mutter trägt eine Schüssel mit Essen. Ist es  etwas für den Pilger - Plätzchen oder so -  oder ist es Hühnerfutter, und der Pilger wird bald in die Hütte zum Mahl eingeladen, da es bereits Abend ist, und der Gast möglicherweise eine Herberge sucht?

Von rechts tritt ein Bischof in die Szene. Wegen seiner Attribute Bischofsmütze, Hirtenstab und Kirchenmodell wird er als Heiliger Wolfgang identifiziert. Vor ihm sein Begleiter: ein Wolf. Auch der Pilger hat einen wolfs-ähnlichen Hund bei sich - es könnte aber auch ein Schlittenhund sein. Über dem Hütten-Eingang der "Haussegen" mit den Jahreszahlen 2001 und 2015.

Das Bild teilt sich ziemlich exakt in der Mitte in zwei Gruppen, die einander zugewandt sind: 

Von links, von der offenen Hütte her zwei Ponies, ein kleiner Hund (Terrier), ein brütendes Huhn im Nest und die Familie. Weiter vorne noch ein weißes Bergschaf.

Von rechts der Fremdling mit Vogel und Schlittenhund und der Heilige Wolfgang mit Wolf.

Wer ist dieser Fremde? Ist er ein Pilger, oder ist es der Heilige Franziskus oder gar Christus selber?


Das Kind ist ganz im Einklang mit seinen Eltern und den Tieren. Es glaubt staunend an die frohe Botschaft, die von dem Fremden ausgeht. Es arbeitet nicht mit dem Verstand, sondern der Glaube ist ganz ins Herz gedrungen. Deshalb trägt das Kind ein rotes Gewand und eine Taube:


In der Szene sind enthalten: Hoffnung (brütendes Huhn), Vertrauen (Familie), Offenheit, Stärke (Bussard), Freiheit (Bussard), das "einfache Leben", die "höhere Sicht", Glaube, Frieden (Menschen und Tiere still zusammen) - übrigens alles Formen des Wortes SCHALOM -
und autobiografische Erlebnisse (Rambo, Pilgerweg, Familie, Stall).

Die Szene könnte auch in "dorifizierter Form" die Geschichte der Emmausjünger (Luk.24) erzählen, 2 Jünger Jesu nach Ostern auf dem Weg von Jerusalem nach Emmaus. Sie waren traurig und hoffnungslos, weil sie nur Kreuz und Tod und Verlust sahen, aber der Fremde, Christus selber, erscheint bei ihnen und bringt Hoffnung und Leben. In dem Moment, den ich hier gerade zeige, sind Vater und Mutter zwar bereits offen, aber noch unwissend und noch nicht in der Lage, das Leben wirklich ganz zu sehen. Das Kind hat bereits die Taube am Herzen. Gleich passiert die erlösende Freude....

Bleibe bei uns, Herr, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt. (Luk.24,29)

Kommentare:

  1. dem Pilger geht es so gut, mit dem Bussard und Rambo, und so schöne Kontakte wie die Familie. Das Bild hat ne tolle Ausstrahlung

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    1. Danke, dass Du diese Seelenmalerei mit mir teilst. Es geht mir im Herzen natürlich in erster Linie um den Bussard und den Rambo, und dass es allen gut geht. Soll ich sagen. Rambo, der Bussard und wer auch immer malen sich selber, ich bin nur das Medium? !

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  2. I love the comparison between this stranger in the bavarian forest and the Stranger on the road to Emmaus!
    Rotkäppchen (liitle red riding hood) i see, but she has become a wise pure soul, not carrying a basket with biscuits, but holding a white dove ... and so, the wolf she encounters, the wolf of the stranger, is not evil but has a spirit of gold. The golden head of the wolf is the clear otherworld element in this painting.
    Your new header picture of shining Dori with the dark holy wolf behind you, is Wonderful! This wolf ... he is the same colours and almost the same posture as the stranger in your painting.

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    1. Dear Stille Linde, how wonderful is your seeing! The golden head: this is the point: it just happened - sa if "Rambo" painted him himself through the handholding of one of the Lovers angel :)
      Rambo in this world had to die, but God makes him perfect and peaceful and happy now in one little moment. And the bird-bringer takes now this peaceful-heavenly dog-wolf, and we met us in the better world.

      AHH: The grey colour of the pilgrim and the wolf of Francis... Ahhh....

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  3. Antworten
    1. Thank you and welcome here, Linda!

      I read wonderful quotes in your blog, for example:

      "When you are calm, you can see more clearly, choose more wisely and act more promptly on opportunities coming your way, for your highest good. Peace does it."

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  4. ui, mein Blick ist auf dem neuen Titelfoto hängen geblieben - eine Hommage an Rambo…
    Schön, Dich wieder zu sehen, hatte Dich vermisst die letzten Tage.

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    1. Genau das habe ich gemeint: Eine Hommage an Rambo! Wie wunderbar, dass Du ihn sofort erkannt hast. Hatte lange drüber imago-iniert und spek-tuliert, wie ich Kleinen Wolf präsentieren könnte, ohne ihm seine körperliche Freiheit, die er jetzt hat, durch vordergründiges Abbilder, sprich durch einfaches Foto, evtl. gedanklich zu nehemn. In der Gesamt-Aufnahme (Originalfoto) ist er eigentlich mit drauf... aber ich muss, soll, darf "himmlisch" fühlen lernen...und das nicht nicht ver-suchen, so geht's wohl kaum, sondern, wie Maryam kürzlich mal sagte: "jump into faith" ...
      DANKE, GELIA!
      Ich vermisste dich auch!

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