Irgendwo in Schweden

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Dori und Scho Seppe

Dienstag, 12. Januar 2016

Die wunderbare Geschichte des Gemäldes "Der Hufschmied"

Bunte Pferde und einige Schafe, transparent gestaffelt, in einem offenen Stall aus Holzbalken vor Orthodoxen Türmen und einem hohen Gebirge umschreiben eine Szene mit dem Christuskind in der Krippe.

Dieses Gemälde begann ich an einem 6.Januar 2010. Im März 2014 stellte ich es fertig. Es begleitete mich als Prozess also einige Jahre. Es hat eine besondere Geschichte, wie die meisten meiner Bilder. In den letzten Tagen kam die Geschichte zu einem glückvollen Abschluss. Ich beginne mit dem Anfang.

An jenem 6.Januar, als ich mit dem Bild begann, hatte ich das Gefühl, mir eine schwere Aufgabe vorgenommen zu haben. Es sollte eine Dreikönigs-Szene werden.  Die Heilige Familie in einem offenen Stall vor dem Hintergrund russischer Gebäude und mit hohen Bergen und gleichzeitig Stimmungsgefühlen des heimatlichen Bayerischen Waldes. Das Ergebnis wurde recht schön und farbig, doch nicht wirklich so, dass ich ganz zufrieden gewesen wäre. Doch wo lag der Fehler? Um ein Bild beim Überarbeiten nicht zu zerstören bedarf es des richtigen Augenblicks, wo man mutig und ohne zu zögern die Sache angeht. Vordergründige Naturalismen mussten entfernt oder entschärft werden und Eindimensionalitäten musste in die "vierte Dimension" gebracht werden.

Auf die Rückseite des Gemäldes schrieb im Januar 2010 ich einen alten Text aus einer Original Einleitung zu einer Russischen Heiligenlegende (herausgegeben von Ernst Benz):

"...und woher soll ich die Weisheit nehmen, die für eine solche Erzählung genügen würde? Wenngleich sie aber unser Vermögen übersteigt, so bete ich zum allbarmherzigen und allmächtigem Gott und seiner allbarmherzigsten Mutter, dass sie mich groben und unverständigen Knecht erleuchte und sich meiner erbarme und dass sie mir Worte erteile zum Auftun meines Mundes, nicht um meiner Unwürdigkeit willen, sondern um der Gebete der heiligen Starzen willen. Ich fürchte aber und zaudere, die Erzählung anzufassen, ich wage es nicht und schwanke, wie ich den ersten Anfang machen soll, denn diese Aufgabe übersteigt meine Kraft. 
Er aber, der die Blinden sehend, die Lahmen gehend, die Tauben hörend, die Stummen sprechend machen kann (Matth.15,31), so kann er auch meine Dunkelheit erleuchten, meine Unvernunft vernünftig, meine Kunstlosigkeit kunstfertig machen. Diesen Herrn, Gott und Heiland rufe ich um Hilfe an; denn er ist unser Gott, freigibiger Schenker, segenspendender Geber, Lehrer der Weisheit und Spender der Gedanken, der das Unaussprechliche ausspricht, den Menschen durch Vernunft belehrt, Kunstfertigkeit dem Kunstlosen schenkend, das Gebet dem Betenden; er gibt dem der bittet, Weisheit und Vernunft, er gibt alle guten Gaben, er erteilt Gaben zum Nutzen der Bittenden, er gibt den Sanften Schlauheit, dem Jüngling Gefühl und Sinn und erleuchtet seine Worte, er gibt Vernunft dem Kind. 
Hier schließen wir die Vorrede, nachdem wir Gottes gedacht und ihn um Hilfe angerufen haben, denn es ist gut, mit Gott zu beginnen und zu enden, das Wort an die Knechte Gottes zu richten und von gottgefälligen Menschen zu erzählen. Beginnen wir schon zu reden, ergreifen wir das Wort, das der Anfang unserer Erzählung sein wird und beginnen wir das Leben der Starzen zu erzählen..."

Nun bekam ich vor wenigen Tagen eine Mail aus Usingen im schönen hessischen Taunus mit folgenderm Text:



Liebe Frau Stuffer

bei der Suche nach Gemälden mit weihnachtlichen Krippenszenen bin ich auf Ihr Gemälde "Der Hufschmied" gestossen, welches Sie 2014 in Ihrem Blog veröffentlicht haben.

Ich finde dieses Gemälde äußerst gelungen, es erinnert mich etwas an MArc Chagall gleichwohl es hier mit dem Hintergrund und dem herausgearbeiteten Jesuskind noch einen schönen zeitgebundenen Bezug gibt.

Im Dezember hate nun unser Kirchenchor in Usingen zusammen mit dem Posaunenchor ein kleines Konzert, von dem ich eine Aufnahme machen durfte. Ich würde nun gerne für die CD-Produktion Ihr Bild für das CD Label verwenden. Insgesamt sollen von der CD 20 Vervielfältigungen gemacht werden und das Bild würde ich nicht anderweitig verwenden.

Ich freue mich sehr, wenn Sie mir die Verwednung Ihres Gemäldes zu diesem Zweck gestatten. Ihr Name käme als Künstlerin selbstverständlich mit auf die CD. 




Gerne schicke ich Ihnen dann eine fertige CD zu, wenn SIe dies möchten.

Mt besten Grüßen auch für das angebrochene Jahr

Thomas Eichmann 


Meine Antwort: Gerne! Es ist mir eine Ehre und große Freude!

Dies ist die Geschichte des Gemäldes "Der Hufschmied".

Kommentare:

  1. da macht das Gemälde eine schöne Reise

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  2. Im Jahr 2000 waren wir in Jerusalem; viele religiöse Elemente versammeln sich dort auf engstem Raum, wie auf Deinem Bild. Möge Dein Bild eine Vision und Symbolik sein, dass das friedliche Miteinander dort wie hier gelingt. Glücksbringer-Pferde und himmlische Schmiede werden uns schon dabei helfen.

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    1. Danke für diesen wundervollen Beitrag, in welchem die Geschichte dieses Bildes spannend weitererzählt wird!

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  3. Lieve Dorie,een prachtig schilderwerk, de hoefsmid ,en het verhaal
    Bijzonder, een kroon op je kunst werk.
    Groetjes Christiene.

    Dear Dorie, a beautiful painting, the blacksmith, and the story
    Particularly, a crown on your art work.
    Greetings Christiene.

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  4. Lieber Dorie, eine schöne Malerei, der Schmied, und die Geschichte dazu, eine Krone auf dem Kunstwerk.Groetjes Christiene.

    Liebe Christiene, DANKE! Es war ein ganz besonderes Erlebnis, die Entstehung und weitere Geschichte dieses für mich zunächst eher unbedeutenden Bildes über Jahre hinweg zu erleben - nun mit diesem krönenden Abschluss des Kontakts nach Usingen. Ich bin glücklich überrascht worden! Grüße in die winterlichen Niederlande von Dori

    Dear Christiene, THANK YOU! It was a special adventure, to watch over several years the process and story of this painting, though it seemed for me not being an important work - now this crowning end with the contact to Usingen. I'm happy surprised! Greeting to the winterly Netherlands from Dori!

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  5. Liebe Frau Stuffer
    ich füge Ihnen mal per Mail einen ersten Entwurf des Booklets an.
    Ich habe mir erlaubt, Ihr Bild zu spiegeln und zu trennen, dadurch kommt die Schlüsselszene, das Kind unterhalb Marias besser zur Geltung. Wer das Booklet später herausnimmt, kann das bild so Schritt für Schritt erfahren. Ich hoffe, dass dieser strategische Eingriff in Ihr Gemälde für Sie auch in Ordnung ist.
    Auch habe ich die schöne Einleitung für das Gemälde in das Booklet übernommen. BEsten Dank für die entsprechende Mail. Einen VErweis auf Ihren Blog dient als Quellenangabe auf Seite 2.

    Einen kleinen Hinweis erlaube ich mir noch: Usingen liegt im schönen hessischen Taunus und nicht im schwäbischen. Hier bin ich seit 20 Jahren im Kirchenchor tätig.

    Lieben Gruß

    Thomas Eichmann

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    1. Lieber Herr Eichmann,

      vielen Dank für Ihren Gruß und den wunderschönen Entwurf. Die "strategische Zweiteilung" des Gemäldes ist durchaus sinnvoll, ich habe schließlich selbst auch im Blogpost nochmal das Detail von Maria mit Kind herausgenommen - also sind wir uns da voll einig! Ich bin beglückt darüber, dass Sie diese literarisch und spirituell faszinierende Einleitung über den Prozess von Kunstwerken mit hineingenommen haben! Es ist darin so viel Tiefe des Erlebens künstlerischen Beginnens und Endens darin, und wichtige Hinweise auf ein Anbefehlen unter Gottes Inspiration Gnade. Danke! Ich dachte zunächst, ob solch ein Text, der ja ziemlich alt ist, heutzutage noch "rüberkommt" - doch nun bin ich bestätigt! Nochmals danke! Dieser Text könnte ja durchaus auch den Musikern etwas bringen, denn es ist schließlich auch ein Abenteuer, mit dem Spielen oder Singen eines geislichen Werks zu beginnen und es durchzuführen...

      USINGEN werde ich korrigieren...

      Viel Kreativität und Freude weiterhin mit dem Kirchenchor und all Ihrer Arbeit und Werke
      wünscht Ihnen

      Dorothea Stuffer

      P.S.: Toll, das mit dem Blog-Hinweis!
      Als kleines Dankeschön per Mail eine heute entstandene Epiphanias-Szene für das Gästebuch unseres Pfarrers Ernst-Martin Kittelmann, der seit 1.November im Ruhestand ist.

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  6. Of course!! it should fit that your work shall be seen by more eyes.
    I also see Marc Chagall here.

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    1. Thank you, Ramona! Thank you for coming here!

      This night I had a beautiful dream of Timmi, he was old, but he could walk good and bring back my sheep from an open range.

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