Donnerstag, 23. September 2021

Mittwoch, 22. September 2021

EIN Fall von Millionen

Hisbulla vor der Schafschur im Stall

Nach der Schur die Wolle einsammeln

Jetzt sind sie alle geschoren
Pony Scho Seppe ausführen


Er hatte immer die selbe Weste an, unser Gnadenhof-Helfer Hisbulla. Er mochte den Xaver richtig gern, und zu den Tieren war er so einfühlsam und geschickt, dass sie ihm sehr vertrauten. 

Hisbulla ist Afghane. 2019 wurde er zurück geschickt. Ein paarmal hat er versucht, uns am Handy anzurufen. Manchmal hat er um Geld gefragt. Denn er hat vier kleine Kinder. Der Kleinste ist gerade mal vor einem halben Jahr in diese Welt hineingeboren. Nun habe ich längere Zeit nichts mehr von Hisbulla und seiner Familie gehört. Was ist los? 

Da kommt Abari, ein Freund von Hisbulla, bei uns vorbei. Abari ist inzwischen ausgebildeter Schreiner, hat alle Prüfungen bestanden und hat eine eigene kleine Wohnung hier in meinem Heimatort. Als nächstes plant er, den Führerschein zu machen. 

"Ich soll viele Grüße von Hisbulla bestellen." "O danke! Wir haben uns schon Sorgen gemacht! Gut, dass er lebt! Was ist mit seiner Frau und den Kindern?" "Hisbulla ist vor 5 Monaten in den Iran geflohen, mit seiner Frau und den Kindern. Er arbeitet schwarz um sich und seine Familie durchzubringen. Sie leben wie in einem Gefängnis", weiß Abari zu berichten. Dann stellt er mit seinem Handy eine Internetverbindung zu Hisbulla her. Der sitzt auf einer Decke am Boden in einem einfachen gekalkten Raum. Daneben sitzt seine sehr junge Frau mit dem Kleinsten auf dem Arm. Der Kleine sieht bereits mit 6 Monaten irgendwie erwachsen und ernst und verständig aus. Ich denke, seine Frau und die Kinder haben noch nie den Raum für längere Zeit verlassen.

 "O Hisbulla, wie geht es dir?" "Danke gut. Und dir? Wie geht es Xaver und den Tieren? Wie geht es deinem Mann und deinen Söhnen und dem Enkelkind?" Hisbulla war schon immer sehr sprachbegabt. Er sagte mir mal, er brauche ein Wort nur ein einziges mal zu hören, dann kann er es sich für immer merken. 

Wir sprechen über seine Situation. Er will nach Deutschland zurück, mit Frau und Kindern. Er hofft auf eine Art Visum. Er war bei der Botschaft in Teheran und hat irgendwie erfahren, dass jemand aus Deutschland eine Mail an eine "Bürgerhilfe" in Teheran schreiben muss. 

"Meine Kinder können nicht in die Schule gehen. Wir haben keine Impfung und keine Krankenversicherung. Bitte Frau Dori schreibe eine Mail - "

Eine Familie gründe ich nur wenn ich die Zuversicht habe sie auch durchbringen zu können  und 4 Kinder in die Welt setzen mache ich auch nur in einem friedlichen Umfeld was das Überleben meiner Familie sicherstellt. Von daher ist Dein Hisbulla doch ein sehr naiver Mensch. Er muß sich in Persien durchschlagen oder zurück in seine Heimat, eine Deutschlandperspektive sehe ich da nicht, chancenlos. Glaube auch nicht daß da emails weiterhelfen. 

sagt Piet, ein gelernter Rechtsanwalt. Recht hat er ja - - - 

Doch wenn ich diese junge ernste Frau sehe, die vorsichtig in meine Richtung winkt und lächelt, und diesen kleinen Jungen, der ja noch ein Baby ist und seinen Bruder, der auch nicht viel größer ist und still am Boden liegt mit Kulleraugen und Lockenkopf - und die beiden Töchter, die so brav und ängstlich aussehen, dann ist mir einfach nur weh ums Herz. Auf sechs Leute mehr in Deutschland kommt es ja wohl nicht an. O diese Einzelschicksale....

 Ich habe die Mail geschrieben. Ich habe eine automatische Antwort mit langem langem bürokratischem Text bekommen.

Zu Piet sage ich: "Ich denke, dass wohl die meisten Menschen auf unserem Globus so ähnlich leben." - 

 Und Abari sagt: "Ich wäre nie aus meiner Heimat weggegangen. Mein Herz ist immer in Afghanistan. Niemand weiß und kann sich vorstellen, wie es da wirklich ist. Seit 40 Jahren haben wir Krieg. Die Leute wollen keinen Krieg mehr." 

(Namen leicht abgeändert)

Beim Schafescheren, Mai 2018


Montag, 20. September 2021

Antonius predigt den Fischen - Vorstufe in Blech

grundiert,mit schwarzer Farbe vorgezeichnet

Erste Farbgebung
 

 Um den heiligen Antonius ranken sich zahlreiche Legenden und Wunder. 

 Vorletzte Nacht fiel mir auf einmal ein: He bei meinem Projekt "Mensch und Tier" am Kollnburger Lichterweg 2021/22 darf der Antonius nicht fehlen, der hat doch damals am Strand von Rimini den Fischen gepredigt (der Franziskus hat den Vögeln gepredigt)! Da ich eh gerade ein längliches Stück Blech parat hatte, sind flugs am nächsten Tag die Umrisslinien entstanden. Die erste Farbgebung ist nun am Sonntagmittag passiert. Wegen gutem Wetter konnte ich auf der Straße malen, wo die Farben schneller trocknen

 Meine Enkelin fragte. "Was hat der Antonius denn den Fischen gepredigt?" Ich erzähle: "Liebe Fische, seid allezeit dankbar! Gott hat euch das Wasser gegeben, wo ihr fröhlich schwimmen könnt, er hat euch mit Flossen und Mäulern und Augen ausgestattet und mit feinen Ohren, damit ihr euch orientieren könnt und eure Nahrung finden könnt. Und ihr selber durftet dem Herrn Jesus als Nahrung dienen. Seid gewiss, dass euer Leben im Himmel ganz wunderschön und ohne Hunger und Not weitergeht und vergesst nicht, immer Gott zu loben in euren Herzen."

Ich habe diese Fischpredigt frei wiedergegeben. Irgendwo habe ich sie mal gelesen, vielleicht bei den "Blümlein des heiligen Franziskus". Im Internet finde ich momentan allerdings nirgends den Fisch-Predigt-Text.

 Und:

 Mein Enkelchen Lenachen (3) hatte gerade geweint, da fragte ich sie: "Soll ich dir den Antonius zeichnen, wie er gerade den Fischen predigt?" Tränenüberströmt kommt die Antwort. "Ja - " Und beim Zeichnen und Erzählen wurde das Herzkind ganz friedlich und fröhlich, wie die Fischlein - - -




Sonntag, 19. September 2021

Hildegard von Bingen - Gedenktag am 17.September

Minitatur, 2003 auf Blech gemalt nach einem alten Vorbild - Hildegard ist in Klausur und empfängt göttliche Inspirationen. Sie hat in dieser Zeit der Klausur lediglich Kontakt mit ihrem Beichtvater, der ihre göttlichen Inspirationen niederschreibt.

  Anlässlich des Gedenktages der heiligen Hildegard von Bingen am 17.September hier ein kleiner Blog-Beitrag.

Da die 1.Vorsitzende vom Verein Pilgerweg St. Wolfgang Hildegard Weilerimmer wieder gewisse Parallelen zu dieser großartigen Frau des Mittelalters zeigt, möge dieser Beitrag auch ein Gruß an meine Freundin Hildegard Weiler sein. 

"Gott ist ewig, und Ewigkeit ist Feuer, und das ist Gott. Und Gott ist kein verborgenes, kein schweigendes Feuer, sondern ein wirkendes Feuer." (Hildegard von Bingen) 

Bereits 50 Jahre nach ihrem Tod + 1179 beginnt der Weg ihrer Heiligsprechung. Schon zu Lebzeiten wurde sie wie eine Heilige angesehen. Doch das Schiff der Kirche fährt langsam, und so wurde Hildegard erst im Jahre 2012 von Papst Benedikt XVI heilig gesprochen. Ihr Gedenktag ist der 17. September.

Die Äbtissin Hildegard gründete Abteien bei Bingen und Rüdesheim.

Sie war Visionärin und Naturwissenschaftlerin, Dichterin und Ärztin, Mystikerin und Politikerin, Ratgeberin der Großen ihrer Zeit, sie unternahm ausgedehnte Predigtreisen und erstellte ein umfassendes literarisches Werk. Sie komponierte heilige Gesänge, die in ihrem Klang ganz einzigartig sind. "Diese Gesänge sind von Gott eingegeben", sagt Hildegard "denn ich habe nie Gesang studiert, die Gesänge waren einfach da."

„Kosmos, Leib und Seele“ aus dem Liber divinorum operum I.4

Hildegard schaut den Kosmos - nicht als Welten des Zufalls, sondern als Schöpfung. Die Mitte ist Adam, der wohlgestaltete Mensch, der vor der Erdkugel steht mit ausgebreiteten Armen (wie der neue Adam am Kreuz) Der Makrokosmos umgibt ihn in verschiedenen Kreisen, mit guten und bösen, hellen und dunklen Kräften. Alle diese Kreise sind umfasst von Caritas, einer Frauengestalt (roter Kreis). Caritas, die glühende Liebe, über der das Antlitz Gottes steht. Groß steht der Mensch vor Hildegard, groß der Kosmos im positiven und negativen Kräften. Größer ist die Liebe, die alles zusammen hält. Wer auf diese Ganzheit blickt, erfährt Heil. (Bildinterpretation nach Schulz/Lechner/ Herder Verlag)



"Achte mit Sorgfalt darauf, dass durch die Wechselhaftigkeit deiner Gedanken die gründende Kraft, die du von Gott hast, in dir nicht dürr wird." Hildegard von Bingen)


Hinweis:

Es gibt auch einen Hildegard-von-Bingen-Pilgerwanderweg! Er verläuft entlang ihrer Lebensstationen.

Samstag, 18. September 2021

Füchse

Dieser lebensgroße kleine Fuchs gehört noch zur Blechgeschichte vom Woidwoifi

Fuchs, sitzend

Kleiner Fuchs

Dieser kleine Fuchs schleicht zur Zeit in unserem Wohnzimmer herum.

Dieser freche Fuchs ist gerade dabei, sich auf de Weg zu machen.

Wenn Fuchs und Hase...

...sich Gutenacht sagen

Aufpass-Fuchs

 

Donnerstag, 16. September 2021

Der heilige Antonius predigt den Bäumen und den Fischen

Im April ist Niederbayern TV gekommen. Ich begrüßte das Fernsehteam zeichnend. Foto: Thomas Hobelsberger, Viechtacher Anzeiger

Beim Zeichnen - Foto: Niederbayern-TV
Es ist schon ein bisschen aufregend, wenn sich Besuch vom Fernsehen ankündigt. Sie sagten, sie würden morgens gegen 9 kommen. Nun heißt es beim Warten ganz ruhig und authentisch zu bleiben. Bald werden sie mir ein Mikrophon umhängen und die Kamera auf mich richten. Da nehme ich einfach mein Zeichenbuch zur Hand und beginne mit einer Zeichnung, die schon seit einiger Zeit in meinem Kopf ist: Der heilige Antonius predigt den Bäumen und den Fischen. Und schon bin ich im Flow...
 

Lange Zeit ist nun die angefangene Zeichnung liegen geblieben. Doch vor einigen Tagen kam die Stunde, in welcher ich sie fertigstellen konnte/wollte/durfte. 

Ich war zum "Kindersitting" eingeteilt. Da meine Enkelin gerade ihren Mittagsschlaf hält, setze ich mich mit meiner im Frühjahr angefangenen Zeichnung und mit Tusche und Feder ausgerüstet auf die Terrasse des Romantik-Hauses am Distelberg. Da gibt es einen Direktblick zu den Bäumen. Das inspiriert mich.

Fichtengruppe am Distelberg

Es gibt eine wunderschöne Legende, wo Antonius am Strand von Rimini den Fischen predigt, weil die Menschen ihm nicht zuhören wollten. Die Fische hören ganz verständig zu - und auf einmal werden sie Menschen doch neugierig und lauschen auch.

Erweitere Szene: Antonius predigt den Fischen und den Bäumen. Wie komme ich dazu? Nicht nur ich hatte einen Riesenkummer, als im Winter diesen Jahres riesige Bulldozer ein stattliches Waldstück rodeten, um die Straße von Viechtach nach Aryrhof auf drei Spuren zu verbreitern. Nicht nur mir hat es weh getan zusehen zu müssen, wie gesunde Bäume ihr Leben lassen mussten, damit die Autos (auch mein Auto auf dem Weg zur Ranch) ihr Revier vergrößern konnten. Die Tragödie wurde nochmal verschlimmert, weil die vielen Äste, die dabei anfielen, in den nahegelegenen Bach gerieten und dort den Zulauf von einigen nahegelegenen Fischteichen verstopften, sodass tausende von Fischen starben.

Mein einziger Trost war, über die Grenze des Irdischen hinweg zu schauen, und mir vorzustellen, wie Bäume und Fische letztlich auch ein Leben im Himmel leben werden. Und deswegen predigt schon hier und jetzt der Antonius den Fischen und den Bäumen.

Die Zeichnung:

Antonius predigt den Bäumen und den Fischen

Der heilige Antonius steht im Wald an einem Bach, und die Fische schauen aus dem Wasser und hören seiner Predigt zu. Auch die Bäume hören zu, auch ein gefällter Baum in der Bildmitte hört zu. Ein Luchs, ein Reh, drei Vögel und eine kleine Wurzelmaus (Mitte rechts unter der Baumwurzel) lassen  sich die mahnenden Worte des Heiligen nicht entgehen, der mit dem Finger nach oben zeigt und an die himmlischen Freuden erinnert. Einer der Bäume berührt den Prediger zart mit seinen Ästen. Die Baumgruppe in der Mitte der Zeichnung ist von den Distelbergbäumen abgezeichnet. In Spruchzetteln sind einige Gedanken eingraviert, zum Beispiel: "Nichts soll mich davon abhalten, die Blumen zu gießen."


 Hinweis: Derzeit gibt es wegen Protesten an besagter Straße einen Baustopp. Es wachsen schon viele Büsche und versuchen die Wunde schnell zu heilen.

Zur Erinnerung hier nochmal die TV-Sendung, die übrigens laut einer Nachbarin kürzlich wieder mal ausgestrahlt wurde:

https://deggendorf.niederbayerntv.de/mediathek/video/kuenstlerin-dorothea-stuffer-aus-viechtach-lkr-regen/


Montag, 13. September 2021

Der "Mühlhiasl"

Der  "Bayerwaldprophet Mühlhiasl" sitzt mit seinem Hund und mit einem Buch in der Landschaft.

Er hat Kühe gehütet und hat schwerwiegende Dinge vorhergesehen, die vielen Leuten hochaktuell erscheinen. Er ist nicht nur im Bayerwald sehr bekannt.

Er sieht nachdenklich aus.

Geschichten erzählen in Blech

Begegnung

Bunte Gesellschaft in Graumeliert und Schwarz und mit Sicherheitsabstand