Hier habe ich lauter Löcher in meine Küchenzeile gebohrt, schnell und fix und aus der Not heraus, mit dem feinen Eisenbohrer, den ich von der Blechkuh-Niet-Arbeit noch zur Hand hatte.
Warum demoliert sie denn ihre schöne Holzküche?
Seit dem Vorabend flattert ein kleiner junger Spatz in unserer Küche aufgeregt umher. Wir öffnen alle Fenster weit. - Auf einmal ist Ruhe. Ist Spatzi rausgeflogen?
Von wegen: Am nächsten Morgen komme hinzu, wie Kater Foxi gerade schwer beschäftigt ist mit dem Spiel "Tom und Jerry"!
Mein Notplan ist folgender: Ich möchte eine Art Fenster in der Holzleiste schaffen, damit der kleine Spatz heraus kann, denn vor lauter Aufregung ist er von ganz oben hinter der Küchenzeile in eine unheimlich tiefe enge Gletscherspalte geraten.
Mein Hausstand schläft noch, es ist erst 7 Uhr.
Ich nehme nun einen größeren Bohrer zur hand, denn der dünne Eisenbohrer ist abgebrochen. Ich klettere auf den Mount Everest und leuchte in die Gletscherspalte und sehe den kleinen Vogel ganz da unten. Willst DU da hineingeraten sein???
Ich sehe schon: der Tag nimmt einen anderen Ablauf als vorgehabt.... Ich schaffe es nicht, das Not-Fenster herauszubrechen. Ich rufe Konrad an, der geht immer ans Handy und kann ALLES - -
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Mit Taschenlampe, Zoom und Blitzlicht gelingt es mir, den Spatz da unten in der Spalte zu fotografieren. Ist er etwa tot, weil er sich nicht mehr rührt?
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Ich werfe vorsichtig ein paar Klopapierbälle hinunter, um zu sehen, ob Spatzi sich noch bewegt, ob er noch lebt. Alles bleibt still. Doch nach einer Weile höre ich ein heftiges Flattern. Ich höre sogar, wie das Spatzenkind die Weizenkörner pickt, die ich hinein geworfen habe, denn ohne Kalorien würde er sicher nicht mehr lange bei Kräften sein. Doch an ein selber-hinauf-Fliegen ist kein Drandenken.
Da kommt Konrad. Er führt das Werk fort und schafft ein Fenster. Da könnte der Kleine jetzt sofort rausfliegen, wäre da nicht ein Holzstück von früher, was da irgendwie mal reingefallen war, und hinter welches das Spatzenkind jetzt auch noch geraten ist. Scheiße! Überlegen, klar bleiben! Die Lösung ist ganz einfach. Konrad reißt die ganze Küchenleiste raus, und der kleine Vogel fliegt flugs hinaus. Konrad setzt die Leiste umgekehrt wieder ein, damit die Küchenzeile nicht hässlich aussieht.
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Konrad bohrt weiter am Not-Fenster.
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Der Spatz ist zu weit hinter einem Holzstück.
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Schön und gut: Liste wieder umgedreht eingesetzt. Passt! Doch wo ist der Spatz denn jetzt hingeflattert? Nein, nicht zum Fenster, auch nicht zur weit geöffneten Terrassentür, nein, wieder hoch in die Küchenzeile, oje!! Hinter den Kühlschrank!! Nächste Gletscherspalte!! Das ist das Ende!?!
Nicht aufgeben. Mit einigen Hammerschlägen erst mal unten die Leiste weghauen. Der Hausstand ist mittlerweile aufgewacht, es geht zum Mittag hin.
Hinter dem Kühlschrank ist einiges Gerät zur Kühlung angebracht, Gitter und sonstwas, und ziemlich warm ist das Zeug auch. Wieder Scheiße! Spatzi macht keinen Mux mehr. War's das?
Konrad: "Wenn du den Kühlschrank ausräumst, kann ich zusammen mit Karl-Heinz den Kühlschrank abschrauben und rausziehen." "Das machen wir!"
Gesagt - getan. Kein Spatz. Der ist wohl irgendwie hinter gekrochen Richtung Ofen - -
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Der Kühlschrank muss vor gezogen werden, falls sich der Spatz dahinter verhängt hat.
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Alles bleibt still. Wir befördern den Kühlschrank wieder an seinen Platz, lassen aber unten die Leiste offen. Der Spatz kann nun, wenn er noch kann, selber von hinten vorkommen und raus. Aber es tut sich gar nichts. Ich gehe zur Entspannung erstmal mit Sylvia spazieren in den Wald. Konrad geht nach Hause.
Als ich nach einer knappen Stunde heimkomme, höre ich im Malerzimmer eine penetrante Maus. Das auch noch! Langsam nähere ich mich dem Geräusch, es rumort ohne Ende. Heute sind Wildtiere angesagt, denke ich. Mutig gehe ich ganz nahe an den Lärm und orte das mysteriöse Geräusch zwischen den gestapelten Bildern neben dem Fenster....
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Das ist ja Spatzi!! Die nächste Gletscherspalte!! Er ist unter dem Kühlschrank tatsächlich hervorgekommen und hat sich nun ins Malerzimmer verirrt statt hinaus zu fliegen..
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Bevor das nächste Pech passiert, rufe ich den Segler herbei und lasse ihn klar denken."Öffne die linke Seite des Fensters, sodass die Scheibe nicht im Weg ist, schließe die Tür wegen Kater Foxi und warte ab. Keine Hektik machen!"
Nach wenigen Momenten sehe ich, wie das Spatzenkind vergnügt in den Garten flattert.
Sofort rufe ich Konrad und Sylvi an, die sich sehr über die gute Nachricht freuen.
Und: Küche und Malerzimmer sind richtig toll sauber geworden! :) Drei schwarze Dreckwasser-Eimer! :) So hat mir ein kleiner Spatz sogar beim Sommerputz geholfen. Der Tag lief etwas anders als ursprünglich geplant.....